Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

Christliche Ethik
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Heinrich

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#121 Beitrag von Heinrich » 19.08.2013, 15:56

@Tergram:
Heinrich, alles ok bei dir? Noch nie vertippt?
Klar,schon mehr als oft *grins*

@Pagan:
Sie antworteten „Heinrich, manchmal verraten wenige Worte viel über einen Menschen“.
Stimmt, aber manchmal sticht mich auch halt der Hafer. Einverstanden?

Gruss aus dem verregneten Süden,
und uns allen eine gute Woche, ja,
Heinrich

Pagan

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#122 Beitrag von Pagan » 19.08.2013, 16:27

Schneider hat geschrieben:
Matula hat geschrieben:Unter einem Ungläubigen im eigentlichen Sinn verstehe ich, wenn jemand alles ablehnt und anzweifelt, was mit dem christlichen Glauben zusammen hängt und was hierüber berichtet ist.
"Alles was mit dem christlichen Glauben zusammen hängt und was hierüber berichtet ist ... " finde ich sehr weitgehend. Das hieße, die Bibel als Ganzes abzulehnen, das mosaische Gesetz als Ganzes abzulehnen, die Berpredigt als Ganzes abzulehnen. Man überlege sich, was das bedeutet: Aus dem Gebot "Du sollst nicht töten" würde dann ..... Matula, das kannst Du so nicht gemeint haben.
Schneider, du kannst das wohl auch nicht so gemeint haben?

Seit Jahrtausenden kennen die Hochkulturen der jeweiligen Zeit ethische Verhaltensregeln, die ein mehr oder weniger "ziviles" Zusammenleben der Menschen ermöglichten. Nicht stehlen, nicht lügen, keine Menschen erschlagen, die Eltern ehren, den Armen geben, das gehört zum ethischen Grundschatz der Menschen, dazu braucht(e) es gewiss keine Bibel.
Das ägyptische Totenbuch beispielsweise formulierte ähnliche Forderungen an die Menschen wie sie in den Zehn Geboten (ausgenommen die verheerende Alleinverehrungsforderung) zu finden sind, und das zu einer Zeit, als noch keine biblischen Schriften existierten. Es gilt eben nicht nur für Jesus, sondern für die Bibel im Generellen: Es gibt keine lebenswerten moralischen Regeln und Werte, die nicht von anderswo adaptiert wurden. Man könnte den Bibelgott daher getrost als "grossen Plagiator" titulieren. Hier bei uns in der heutigen Welt müsste so einer den Hut nehmen :mrgreen:

Übrigens, einen ersten kurzen Kommentar, was nur schon vom 1. Gebot zu halten ist, habe ich bereits abgegeben: KLICK. Man könnte da beim einen oder anderen Gebot noch etwas deutlicher werden.

Troubadix

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#123 Beitrag von Troubadix » 21.08.2013, 15:05

Pagan schrieb: Es ging und geht mir deshalb mehr darum, ob das Christentum den moralischen Massstab zu setzen vermag, den man ihm nachsagt. Ich meine: Nein!
Centaurea schrieb: gerne wiederspreche ich dir. Ich meine: Ja!
Pagan antwortete unter anderem: Christliche Kirchen treten hierzulande als Arbeitgeber auf und lassen sich von der öffentlichen Hand bezahlen. Die Arbeitsbedingungen sind aber moralisch überaus fragwürdig, werden doch nur Menschen der eigenen Konfession berücksichtigt. Ich frage dich: Was ist daran gut?

Daran ist nichts gut.

Zitat: "Die Kirche ist einer der schlechtesten Arbeitgeber in Deutschland“, sagt Edwin Biwoll, der jahrelang für das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) gearbeitet hat." Mehr auf http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell ... user2.html.

Lohndumping ist eines. Wer nicht den rechten Glauben hat, konfessionslos oder schwul ist, wird in Institutionen mit kirchlicher Trägerschaft nicht mal zum Putzen eingestellt. Weiterlesen auf http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/ ... en109.html.

Bedenklich: Kirchliche Trägerschaften stellen etwa die Hälfte der Arbeitsplätze im Pflegebereich. Dabei erfolgt die Finanzierung dieser Institutionen zu 90 und mehr Prozent durch den Staat. Zitat: "Kaum eine Kapelle in diesen Sozialeinrichtungen wäre ohne Kirchensteuerzuschuß finanzierbar." sagt N. Feldhoff, der frühere Caritasdirektor und Finanzdirektor der Erzdiözese Köln. Weiterlesen auf http://www.kirchensteuer.de/node/61.

Da hat man den Kirchen mal Sonderrechte zugestanden. Vermutlich unterlag man damals schon dem Irrtum, dass christlich gleich oder besser sei als humanistisch/menschlich. Das stimmte nie und stimmt auch heute nicht. Christliche Kirchen haben schwere humanistische und somit moralische Defizite.

@Centaurea: Nein, das Christentum kann wohl nur negative moralische Maßstäbe setzen nach dem Motto: So darf man es ganz bestimmt nicht machen!

Pagan

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#124 Beitrag von Pagan » 22.08.2013, 07:43

Troubadix hat geschrieben:Christliche Kirchen haben schwere humanistische und somit moralische Defizite.
Schon vor 2000 Jahren hat es nach biblischer Aussage einen Gottessohn gegeben, der seine schönen Worte wie schon aufgezeigt auch gleich selbst wieder Lügen strafte. Dasselbe finden wir heute bei christlichen Kirchen.
Für die damals von Jesus angesprochenen Juden schien Jesus vielleicht oder auch deswegen keine glaubwürdige Alternative zu sein. Und für die Menschen heute?

Troubadix

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#125 Beitrag von Troubadix » 28.08.2013, 15:36

Wohin christliche Moral führt, das sieht man an diesem Jammerspiel http://www.derwesten.de/region/rhein_ru ... 93307.html. Kommentar überflüssig!

Vor einem Jahr hat ein amerikanische Kongressabgeordneter und evangelikaler Theologe öffentlich kundgetan, dass bei einer echten Vergewaltigung der Körper der Frau selbst eine unerwünschte Schwangerschaft verhindere.

Kirchen, konkret Christen, bestimmen mit ohne zu bedenken, welche Tragödie dies für die unfreiwillige Mutter und dann wohl auch das Kind ist. Das ist unmenschlich.
Am Schluss gehen sie noch hin und vergeben dem reuigen Täter grossmütig, auch wenn sie nicht Opfer der Tat sind. Das ist Anmassung.
In manchen Fällen schützen sie sogar den oder die Täter vor der Strafverfolgung. Das ist moralisch fragwürdig.

Nein, Kirchen verdienen es nicht, sie als Hüter der Moral zu anzusehen.

Troubadix

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#126 Beitrag von Troubadix » 04.09.2013, 11:01

tergram hat geschrieben:Was macht "Christ sein" erkennbar aus?
Eine wirklich gute berechtigte Frage.

Goethe glaube ich sagte: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Jesus sagte: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Die NAK sagt im Kronenträgergedicht im alten Gesangbuch: Sie lächeln ins Leben und sind voll Mut, begegnen den Menschen hilfreich und gut. Sie zieh´n die Gesunk´nen liebend hinauf; aus ihrer Liebe geht Liebe auf.

Ich habe im Beruf und auch sonst vermutlich fast nur mit Christen zu tun, merke jedoch von all dem nichts. Daran erkennt man Christen vermutlich nicht. Da gibt es meiner Ansicht nach keinen Unterschied zu Juden, Moslem, Atheisten. Aber bei einigen sehe ich gelegentlich ein goldenes Kreuz um den Hals gehängt und manchmal sieht man einen Rosenkranz am Innenspiegel eines Autos baumeln. Neuapostolische Christen erkennt man am Sonntagmorgen am Outfit. :lol:

tergram

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#127 Beitrag von tergram » 04.09.2013, 12:07

So so... Wenn man also den Christen nicht erkennt - insbesondere nicht an seinem inneren Wesen - dann darf doch bitte berechtigt gefragt werden:

Wozu dann das ganze Theater? Wozu Auseinandersetzungen, wozu das Kirchengedöns aller Art, wozu Richtlinien, Regeln, Rituale, Lehren, Gebete und Gesänge?

Wozu?

Johannes
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Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#128 Beitrag von Johannes » 04.09.2013, 15:28

@ tergram

Ja, damit wird das ganze Problem aller Religionen sichtbar. Wozu das Ganze, wenn es keine Auswirkungen hat? Und das ist IMHO auch die Aufgabe für alle Christen (ich beschränke das jetzt einmal auf Christen, trifft aber auf alle Religionen zu): Erkennt man an mir meinen Glauben, an meinem Verhalten, an meinem Wesen? Eigentlich versuche ich (neuapostolisch geboren, jetzt noch aktiv), seit etwa 10 Jahren diesen Gedanken zu leben und auch immer wieder zu predigen. Allein bei mir ist der Erfolg bisher sehr gering. Allerdings wenn das die Maxime des Lebens der Gläubigen wäre, dann könnte man sich alles andere ersparen, das ganze Kirchengedöns. Jesu Lehre ist so einfach, Menschen machen sie kompliziert.

Troubadix

Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#129 Beitrag von Troubadix » 04.09.2013, 16:12

Eigentlich wäre es doch einfach, human zu sein. pagan hat mehrmals die goldene Regel erwähnt. Die Welt wäre sehr viel besser, wenn wir alle nach dieser einfachen Regel handeln würden und die anderen so behandeln, wie wir selbst gern behandelt werden möchten. Dafür braucht es keine Kirche.

Aber der Mensch benimmt sich wie ein Herdentier, nur wer auf den anderen rumhackt, kommt schneller zum Futtertrog, bekommt mehr Fressen. Fressen kann in dem Fall auch Ruhm und Ehre und Beachtung usw. sein. Aber ausgerechnet die Kirchenoberen gerade auch in der NAK, aber auch anderswo, wollten nie und wollen nicht die letzten am Trog sein. Das hat das Christentum erst recht von der Anwendung dieser Regel weggebracht. Die Hilfsbereitschaft der Kirchen beschränkt sich ja weitgehend darauf, staatliche Beiträge möglichst "gerecht" unter ihresgleichen zu verteilen und den kleinen Rest für verkappte Missionsarbeit einzusetzen.

Was mir als grosser Tierfreund in dieser Diskussion zu kurz gekommen ist, ist auch das Verhalten gegenüber Tieren. Wir Christen sind doch die grossen Fleischfresser. Dass wir dafür Tiere töten, ist eine Sache. Wie wir sie bis zu diesem Zeitpunkt halten, eine andere. Das kümmert keinen Christen wirklich, auf jeden Fall nicht aus christlichen Motiven.

Amen. Jetzt möge noch (Name) sein Herz öffnen :oops:

Glaubensbruder
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Re: Sag mal, wie hast du's mit der Moral?

#130 Beitrag von Glaubensbruder » 05.09.2013, 00:19

tergram hat geschrieben:Wenn man also den Christen nicht erkennt - insbesondere nicht an seinem inneren Wesen - [...]
Paulus hat geschrieben:So aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.
Wichtig scheint mir, wer erkennt... 8)

Die Erkenntnis eines Barden muss weder zutreffen noch allgemeine Akzeptenz finden: KLICK. - Im Übrigen: Was die Beurteilung des "inneren Wesens" eines Menschen betrifft, empfehle ich Zurückhaltung. Sogar bei Christen...

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