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BeitragVerfasst: 28.05.2017, 10:54 
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Meine Güte! Schwachsinniger geht kaum, und welches Drohpotential steckt mal wieder in den stammapostolischen Pseudoweisheiten ... Es ist kaum zu begreifen, dass irgendjemand auch nur annähernd in diesen Aussagen die Verkündigung des Evangeliums verstehen könnte. Die Prediger der NAK reiten den Verein den Bach runter und machen die Schäfchen selbst dafür verantwortlich, wenn sie unter diesem Blödsinn nicht nur nicht "selig" werden, sondern solchen Unfug berechtigter Weise einfach abtun und kritisieren:

Nac today vom 23.4.17: http://nac.today/de/158033/478982

Schneiderzitate, aufgeschrieben vom Systemagenten Rother:

"„Zeige ich Symptome von geistlicher Lähmung?“ sagte der Kirchenleiter und rief dazu auf, immer wieder den Gesundheitscheck zu machen. Als Beispiele für „geistliche Lähmung“ nannte er.

fehlende Entwicklung im Glaubensleben,
fehlenden Freude im Gottesdienst oder am Gemeindeleben,
ein Gefühl, nicht in der Lage zu sein, aktiv mitzuwirken und
eine Unfähigkeit, dem Nächsten zu vergeben.

Erlösung ist in Gefahr

Die Ursachen dafür suche man häufig nicht bei sich selbst, sondern bei anderen: „Der Priester ist schuld. Die Kirche ist schuld. Der Nächste ist schuld.“ Doch grundsätzlich gelte: „Es liegt an uns. Wir sind gelähmt. Wir kommen geistlich nicht mehr voran. Wir können keine Freude mehr finden. “

Damit dürfe man sich aber keinesfalls abfinden. Denn das geistliche Wachstum sei ebenso eine Grundvoraussetzung, in die ewige Herrlichkeit einzugehen, wie der Einsatz für den Herrn und die Versöhnung mit dem Nächsten. „Meine Erlösung steht auf dem Spiel.“


Von wegen "Erlösung" steht auf dem Spiel, Verblödung ist das Ziel! Unter solchen Indoktrinationen geht die geistige Gesundheit dermaßen den Bach runter, dass Psychotherapeuten trotz der Plastizität unseres Hirns* schwer Mühe hätten oder haben, diese Trigger zu umgehen und neue Denkbahnen zu schaffen! Und damit werden auch Kinder von frühester Zeit in die nakischen Schranken verwiesen!

Schrecklich!!

* http://www.gehirnlernen.de/gehirn/plastizit%C3%A4t/


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BeitragVerfasst: 28.05.2017, 13:59 
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Meiner Meinung nach besteht in der NAK grundsätzlich das Problem, daß sie sich als "Werk Gottes" mit "Gottes Willen" gleich setzt.
Eine ganz elementare Umdeutung.

Und wenn von "Jesus dienen" und "Gott dienen" gesprochen wird, dann ist immer das System NAK mit seinen Dogmen gemeint.
Vor allem die Funktion der Amtsträger als "Stellvertreter Gottes" und dem Gehorsam den sie zu sich dazu fordern.
Amtskirche eben...

Und wer sich diesem System entzieht, der entzieht sich nach diesem Denkmuster dem Willen Gottes.
Und dieses System wird immer noch als unfehlbar gesehen:

Zitat:
Doch grundsätzlich gelte: „Es liegt an uns."


Das wird nicht mehr anders...
Trotz allen offensichtlichen (theologischen) Fehlgriffen...

Man kann nur froh sein, wenn man das System als solches erkannt hat.

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"Man sieht nur mit dem Herzen gut" (Antoine de Saint-Exupéry)
Trotzdem braucht man beim Putzen manchmal eine Brille ;-)


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BeitragVerfasst: 28.05.2017, 17:28 
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Neulich bei extra-3 (NDR) über den Besuch von Trump beim Papst:

Der Papst:
Ich bin ein Diener Gottes.
Trump:
Ich wusste gar nicht, daß du für mich arbeitest.


Die NAK sieht sich übrigens als das Erlösungswerk Gottes innerhalb der Kirche Christi...

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BeitragVerfasst: 28.05.2017, 21:14 
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Wenn man erst einmal Abstand hat, sind die schneiderschen Bibelauslegungen echt amüsant :roll: .
Für die Nachfolger sind sie gefährlich.

LG Boris

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Wenn ich mich selbst wirklich kenne, kenne ich auch meine Mitmenschen. Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere lieben.


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BeitragVerfasst: 31.05.2017, 01:33 
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Es ist das Rollenverhalten von unnachgiebigen Eltern bei (vermeintlich) trotzigen Kindern:
Auf keinen Fall nachgeben.
Wir haben recht und du nicht!
Bis du nachgibst, bis du gebrochen bist.

Kinder in solchen Beziehungsstrukturen werden herab gewürdigt, bis der Selbstzweifel und das Bedürfnis von den Eltern wieder angenommen und geliebt zu werden ihre Überzeugungen bricht. Allein durch das Verhalten und nicht durch die Inhalte wird festgelegt, wer "im Recht" ist.

Die Eltern drücken in so einer Situation dem abhängigen Kind gegenüber aus: Du bist schuld!

Mit Liebe hat so was nichts zu tun, sondern mit Macht und Gehorsam.

Die psychischen Folgen sind grausam:
Diese Kinder verlernen, berechtigte Standpunkte, Ansprüche und Bedürfnisse für sich selbst zu vertreten.
Sie fühlen sich schliesslich nur mit dem wohl, was man ihnen gewährt, solange sie sich abhängig fühlen.
Sie werden abhängig.

Und werden schon unsicher, wenn sie später im Leben merken, daß sie ihren Standpunkt vertreten müssen.
Und haben von vorn herein das Gefühl, daß sie sich verteidigen müssen, weil ihre "Ansprüche" unangemessen sind.
Oder sie werden überheblich und ignorant, um nicht in die Defensive zu geraten.

Es ist eine schreckliche emotionale Konditionierung.

Es ist eine Art von Entmündigung.
Es sind massive emotionale Verletzungen.

Dauerhaft, bis das Kind es bewusst erkennen kann.
Bis das Kind die Verletzung aufarbeiten kann.
Bis der Selbstwert des Kindes wieder hergestellt ist.

In meiner Jugend hat ein Vorsteher einer Nachbargemeinde im Streitfall seinen Sohn, ein Adoptivkind, meinen Freund, kalt ignoriert. Teilweise wochenlang. Kein Wort mit ihm gesprochen. Nicht geantwortet. Egal, was mein Freund getan hat. Egal, ob er diskutieren wollte, ob er gebettel hat, ob er geschrien hat.
Sein Vater wollte Unterwerfung.

Und in seiner Selbstgerechtigkeit hat der Vater sich vermutlich noch für "gut" gehalten, weil er ja nicht "aggressiv" war.
Weil nicht er aus der Rolle gefallen ist.
Sondern sein Sohn.

Es hat meinen damaligen Freund fast wahnsinnig gemacht.
Ich denke, er leidet an den Folgen dieser "Erziehung" noch heute.

Meiner Meinung nach ist dieses Verhalten krank und es erzeugt psychische Krankheit.

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BeitragVerfasst: 31.05.2017, 08:29 
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Hallo Pathfinder,
du beschreibst diese Dinge immer sehr schön.

Es kennzeichnet ja eine massive emotional-soziale Inkompetenz.
Selbst heutzutage glauben noch viele Menschen, wer in der Schule und evtl. noch Hochschule oder Uni einen guten Abschluss geschafft hat, wäre ein guter Mensch. Dass das weit gefehlt ist, kann man täglich erleben.
Meiner Ansicht nach muss man diese Bildungsformen trennen (Schule im allgemeinen Sinn und emotional-soziale Bildung).

Vielleicht spielt es ja wirklich eine Rolle, dass man "früher eben schneller geschlagen" hat. Und andere Formen (wie von dir beschrieben) der Vergewaltigung eher an der Tagesordnung waren. Immer aber gab es auch Menschen, die sich emotional-sozial (im Nachfolgenden e.-s. abgekürzt) gebildeter verhalten haben, sodass es keine allgemeine Entschuldigung darstellen kann, dass "man das eben früher so gemacht hat".

Leider hat die NAK im Allgemeinen, nach meinem Erleben, vielen e.-s. Ungebildeten eine Plattform geboten, mit ihrer Inkompetenz geballten Schaden zu erzeugen. Erst einmal hat diese Inkompetenz nichts mit Kirche zu tun. Es ist ein alltäglicher Zustand. Da sich mit einer Gemeinschaft wie NAK aber viel Leute ziemlich eng verbunden haben und ständig Umgang hatten, war das Bedürfnis "vorbildlich" zu handeln sehr ausgeprägt.

Und da man ja "gemeinsam am Werk Gottes" tätig war, hat man sich bemüht, einen besonderen Eifer zu zeigen. Absolut fatal, da dann die von dir beschriebenen Verhaltensweisen besonders intensiviert wurden. Es war auf der einen Seite eine fatale Anwendung inkompetenter e.-s. Ansichten und auf der anderen Seite eine Entschuldigung für manch perverse Neigungen (Aggressionsabbau, Machtausübung, egozentrische Anwandlungen, Selbstgerechtigkeit ...).

Diejenigen, die aus mangelnder Kompetenz falsch handelten und eigentlich nur Gutes wollten, haben sich später für ihr Fehlverhalten entschuldigt.

Nun kann man sich mal umschauen und nachvollziehen, wer sich entschuldigt hat und ... .

Dabei sollte doch Kirche ein Ort sein, an dem man Hilfe erfährt, Erlösung und Befreiung von bedrückenden Seelenlasten.
Erfahren kann man oft nur noch den sozialen Arschtritt. Mitglieder, die erkrankt sind und innerhalb der christlichen Sondergemeinschaft nach Hilfe suchen, werden oft als selbst schuld abgefertigt.

Aber es kann wohl auch bei NAK kaum anders funktionieren, da die Wertevorstellungen in den Köpfen nicht wirklich auf göttlichen Erkenntnissen beruhen, sondern eine z. T. gefährliche Mischung aus alltäglichen und sektiererischen "Erkenntnissen" sind (Ausnahmen ausgeschlossen).

Meint Boris

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BeitragVerfasst: 31.05.2017, 11:01 
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Die Kommentare von Boris und pathfinder sind (leider) absolut zutreffend und beschreiben die emotionale Verarmung, die durch diese nakisch geprägte Erziehung von vielen zu erleiden ist. Nochmals Schneider:

Stap Schneider am 03.02.2013 in Saarbrücken : „ Ein Jünger ist immer gehorsam, der bleibt am Wort Gottes, was auch kommen mag. Das ist für ihn selbstverständlich ... Es gibt für ihn keinen Kompromiss. Gehorsam, Glaubensgehorsam ist dem Herrn Gehorsam. Das ist der wahrhaftige Jünger. Wenn ihr an meinem Wort bleibt, kein Kompromiss, wir bleiben dabei auch wenn es schwer ist, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist – wir bleiben gehorsam.

Oder noch als Stammapostelhelfer Schneider am 23.9.2012 in Berlin-Eberswalde: "Und weil wir ihm immer näher kommen wollen, geben wir auch unsere Gedanken, unseren eigenen Willen, unsere Person - wenn man so sagen kann – auf."

Solche Leitsätze sind menschenverachtend, das System steht im Vordergrund, der Mensch zählt nicht und ein Kind schon gar nicht. Aber selbstgefällig und selbstgerecht macht Schneider auf dem Berliner Jugendtag in einer Podiumsdiskussion weiter: (Quelle:
http://jugendtag.nak-bbrb.de/news/podiu ... ttes-wort/)

" Predigt müsse aber grundsätzlich mit der Bibel übereinstimmen, so der Stammapostel. „Was mit der Bibel nicht übereinstimmt, kann nicht von Gott kommen.“

"Ein weiterer Teil des Gespräches widmet sich der Frage, wie die Kirche Menschen helfen könne, Zugang zum Evangelium zu finden. Ein erster Schritt sei, antwortet der Stammapostel, „dass wie den Katechismus haben“. Dieser helfe, die Grundwerte des Evangeliums zu erkennen und „zu erkennen, dass Haarschnitt und Bart nicht zum Evangelium gehören“. Er stelle klar, „das ist unsere Lehre, das ist Evangelium, das ist Apostellehre“. [b]Das sei ihm wichtig, um den Mitgliedern zu helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „[/b]Es ist nicht Aufgabe der Kirche, den Menschen Entscheidungen vorzuschreiben. So geht das nicht."

Misst man diese Forderungen an seinen eigenen Predigten, dann katapultiert er sich selbst ins Aus. Und wie er die Haar- und Bartfrage beiseite wischt, etwas, woran 50 Jahre lang die Würdigkeit und Nachfolge geknüpft war, ist schon ungeheuer. Aber eine Entschuldigung für die Folgen dieser falschen Lehre von damals kommt nicht in Frage.

Immer lernten Kinder das Gehorsamsprinzip der absoluten Unterordnung, es besteht kein wirklicher Unterschied zwischen den eben erwähnten Schneiderzitaten und dieser uralten Forderung hier:

1933 Apostel Hartmann am 5. Februar in Herne (Originalmitschrift):
Wenn aber Geschwister oder unter Umständen sogar ein Amtsbruder hinter dem Rücken des Apostels anders spricht, anders lehrt oder gar die Schwächen und Mängel aufdeckt, ist dieses gleich dem Ausstreuen des Unkrautsamens. Leider ist die Natur des Menschen so, dass das Böse eher geglaubt wird als das Gute. Ich habe schon oft gesagt, seht euch die kleinen Kinder an, das Böse braucht man ihnen nicht beizubringen, der eigene Wille braucht ihnen nicht beigebracht zu werden. Wie schwer ist es aber, diesen eigenen Willen auszurotten und einen unbedingten Gehorsam in das Herz zu pflanzen.“

Ähnlich klingt das in der NAK-Broschüre: Erziehung zum Glauben NRW (Elternbrief 09.2009)

"Kritische oder abwertende Äußerungen über Gottesdienst, Amtsträger und Geschwister vor den Kindern sind nicht förderlich für die Glaubensentwicklung. Selbstverständlich kann es vorkommen, dass (auch jüngere) Kinder eine kritische Sichtweise gegenüber Gemeinde, Gottesdienst oder Gemeindemitgliedern einnehmen. Hier sind ein offener Umgang mit der geäußerten Kritik und ein ernsthaftes vertrauensvolles Gespräch mit den Kindern erforderlich und hilfreich, sodass wiederum der Wert des Glaubens und Gemeindelebens bewusst gemacht werden kann.

Kinder und Heranwachsende sollten immer wieder zu einem freien und offenen Bekenntnis ihres Glaubens in ihrem persönlichen Umfeld angeregt werden. Damit wird die bewusste Identifizierung mit dem Glauben, mit „seiner“ Kirche, mit der Gemeinde gefördert."


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BeitragVerfasst: 31.05.2017, 11:16 
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Zitat:
Predigt müsse aber grundsätzlich mit der Bibel übereinstimmen, so der Stammapostel. „Was mit der Bibel nicht übereinstimmt, kann nicht von Gott kommen.“


Oft genug stimmten NAK Predigten mit der Bibel nicht überein und konnten somit auch nicht von Gott kommen :D


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BeitragVerfasst: 31.05.2017, 11:27 
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Lieber Pathfinder,
damit haben sie auf jeden Fall recht.

Was ich halt immer noch nicht verstehe:
- Warum werden die Leute verurteilt, wo psychische Probleme gerade aufgrund der traumatischen Erfahrungen haben?
- Warum werden diese Leute ausgegrenzt?
- Warum werden sie von den Eltern und andern gemieden, wenn sie offen über alles reden wollen und professionell Hilfe in Anspruch nehmen?
- Warum wird immer noch von diesen verlangt, dass sie so tun sollen, als ob nichts gewesen wäre?

_________________
„Lieber heute eine Kerze anzünden, als über die Finsternis klagen.“


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BeitragVerfasst: 31.05.2017, 22:48 
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Liebe Schmetterling40,

von mir aus können wir gerne "Du" sagen :-)

Leider habe ich auf Deine Fragen nicht wirklich eine Antwort.
Normalerweise schreibe ich hier über Dinge, die ich selbst erlebt habe und über die ich dann meistens schon einige Zeit nachgedacht habe.
Ich habe keine psychologische Ausbildung, sondern habe mir nur im Lauf der Zeit das eine oder andere zusammen gesucht.

Mit den Problemen die Du ansprichst habe ich eigentlich keine Erfahrung.
Ich bin auch nicht sicher, ob ich die Fragen richtig verstanden habe.

Ich denke, es ist ziemlich kompliziert und hängt auch von den Menschen ab, die beteiligt sind.

Wenn ich trotzdem mal spekuliere, dann kommen mir folgende Gedanken:
- Die Verurteilung, Ausgrenzung und fehlende Offenheit der Leute kommt vielleicht daher, daß sie die Situation so wahrnehmen, daß man Sie mit einer Schuld konfrontieren will. Und die wollen Sie evtl. nicht an sich ran kommen lassen. Denn bis dahin sind sie sich ja keiner Schuld bewusst...
- Und der, der die Trauma verursacht hat, hat meistens ganz andere Erinnerungen, eine ganz andere Sichtweise für die Situationen als der der darunter gelitten hat.
- Oder sie wollen den Glauben schützen und fühlen sich verpflichtet den Standpunkt der Kirche zu vertreten
- Es gehört bei dem, der mit dem Leid des anderen konfrontiert wird, eine gewisse Bereitschaft dazu, sich der Gedankenwelt des Leidenden zu öffnen.
- Aber möglicherweise will er gerade das nicht, denn aus seiner Sicht macht der Leidende folgendes:
    - er beschuldigt ihn (oder er empfindet es zumindest so) - das will er nicht annehmen
    - er sieht Schlechtes im Glauben - das will er nicht sehen
    - er hat seinen Glauben verloren - damit will er nichts zu tun haben
- Es kann auch sein, daß er sich damit nicht auseinander setzen will, weil er Angst hat, daß was dran sein könnte.
- Beim Stichwort "professionelle Hilfe" bekommen manche evtl. auch Angst, daß Dinge über sie zur Sprache kommen könnten die ihnen unangenehm sind.
- Und das einfachste für die Angesprochenen wäre ja, wenn das Thema einfach ignoriert werden könnte, also so tun als wäre nichts gewesen...

Diese Abläufe sind oft nicht wirklich bewusst, da läuft viel im Unterbewusstsein ab...

Vielleicht macht es einen Unterschied, wenn man den Verurteilenden / Ausgrenzenden / Verdrängenden mitteilen kann, daß es nicht um Schuldzuweisung sondern um Verstehen und Aufarbeiten geht - wenn man tatsächlich schon so weit ist ... und der andere auch ein Interesse daran hat ...

Um Probleme gemeinsam aufarbeiten zu können ist meiner Meinung nach notwendig, daß man die Probleme schon ein gutes Stück weit selbst verarbeiten konnte und die Verletzungen am verheilen sind.
Und man nicht Angst haben muss, daß sie bei einem Kontakt mit den betreffenden Leuten gleich wieder aufbrechen...
Und man einen festen Standpunkt hat, denn die Sichtweise des anderen ist oft eine komplett andere...

Das ist nur mal so daher spekuliert - bitte nicht überbewerten ;-)

Ich denke, manchmal wünscht man sich, bestimmte Dinge könnten geklärt werden, aber die Situation ist dann doch komplizierter...
Weil jeder aufgrund seiner Erfahrungen eine eigene Sichtweise entwickelt...
Ich denke, man kann dann nicht mehr tun, als von seiner Seite Offenheit zu zeigen und daß es nicht um Schuld und Vorwürfe geht (wenn das möglich ist)...
Und dann muss die Zeit zeigen, ob man gemeinsame Wege finden kann, oder ob es für jeden besser ist und weniger verletzend, eigene Wege zu gehen...

Liebe Grüße,
p.

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